Die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege im Land Sachsen-Anhalt e. V. wendet sich an die CDU-Bundesabgeordneten aus Sachsen-Anhalt mit der Bitte, die im BAMF-Trägerrundschreiben angekündigten Einschränkungen der Zulassung zu Integrationskursen zurückzunehmen. Sprachförderung ist eine zentrale Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe sowie für Bildungs- und Arbeitsmarktintegration. Werden Zugangsmöglichkeiten eingeschränkt, gefährdet dies die integrations- und arbeitsmarktpolitischen Ziele des Bundes und des Landes Sachsen-Anhalt.

Von dem Ausschluss sind aktuell rund 129.500 Menschen betroffen – etwa 41 Prozent aller Sprachkursteilnehmenden. Betroffen sind alle Personen im Asylverfahren, Geduldete, Schutzsuchende aus der Ukraine und EU-Bürger*innen. Besonders im ländlichen Raum droht ein Abbau gewachsener Kursstrukturen, was langfristig die gesamte Integrationskurslandschaft schwächen könnte.

Sprachkenntnisse sind Grundvoraussetzung für den Alltag, für Bildung, Ausbildung, Arbeit und die Wahrnehmung von Rechten und Pflichten. Studien zeigen, dass Integrationskurse den Einstieg in Beschäftigung deutlich verbessern, während fehlende Sprachförderung soziale Isolation und langfristige Sozialleistungsbezüge begünstigt.

Angesichts des demografischen Wandels ist Sachsen-Anhalt auf erfolgreiche, frühzeitig ansetzende Integrationsprozesse angewiesen. Kurzfristige Einsparungen führen langfristig zu höheren gesellschaftlichen und fiskalischen Folgekosten.

Die LIGA setzt sich daher ein für:

  • die Wiederaufnahme der freiwilligen Zulassung zu Integrationskursen,
  • die Wiedereinführung der Wiederholungsmodule,
  • verlässliche Planungssicherheit für Bildungsträger.

Wir appellieren an das Bundesinnenministerium, Integrationskurse weiterhin für alle offen zu halten und damit Integration von Anfang an zu ermöglichen