Die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege im Land Sachsen-Anhalt hat sich in einer Stellungnahme an die Bundestagsabgeordneten aus Sachsen-Anhalt für den dauerhaften Erhalt der unabhängigen Asylverfahrensberatung ausgesprochen. Hintergrund sind Überlegungen im Zuge der Haushaltsplanungen für 2027, die Bundesförderung dieses Angebots in Frage zu stellen.
Die unabhängige Asylverfahrensberatung ist seit 2023 gesetzlich verankert und informiert Schutzsuchende kostenfrei und unabhängig über den Ablauf des Asylverfahrens, ihre Rechte und Pflichten sowie die Vorbereitung auf Anhörungen. Sie schafft einen geschützten Rahmen, in dem Betroffene ihre Situation offen schildern können. Besonders für schutzbedürftige Personen – etwa Frauen mit Gewalterfahrungen, traumatisierte Geflüchtete oder unbegleitete Minderjährige – ist eine qualifizierte Beratung häufig entscheidend, damit ihre Fluchtgründe im Verfahren angemessen berücksichtigt werden.
Aus Sicht der LIGA (-Verbände) Sachsen-Anhalt leistet die Beratung jedoch nicht nur einen wichtigen Beitrag zu rechtsstaatlichen und fairen Asylverfahren. Sie ist zugleich ein zentraler Baustein für gelingende Integration. Wer frühzeitig über Rechte, Pflichten und Perspektiven informiert ist, kann sich schneller orientieren und besser in gesellschaftliche Strukturen einfinden. Gleichzeitig trägt eine gute Vorbereitung der Antragstellenden dazu bei, Verfahren zu beschleunigen, Missverständnisse zu vermeiden und Behörden sowie Gerichte zu entlasten. In Sachsen-Anhalt ist die Asylverfahrensberatung Teil des Landesintegrationskonzeptes und wird derzeit unter anderem von Caritas, Arbeiterwohlfahrt und Diakonie umgesetzt. Die LIGA Sachsen-Anhalt fordert daher, die Finanzierung dieses wichtigen Angebots verlässlich abzusichern und eine Entscheidung über seine Zukunft erst nach der im Koalitionsvertrag vorgesehenen Evaluation zu treffen.














